
Fachberatungsstelle und Verband appellieren an Landespolitik: „Sexarbeit ist Arbeit“ – Frauen stärken statt diskriminieren
Pressemitteilung
Zum Weltfrauentag am 8. März ruft der Landesverband Sexuelle Gesundheit Niedersachsen (ehemals Aidshilfe) zusammen mit dem Verein Phoenix die Landesregierung zum Schutz aller Frauen in der Sexarbeit auf. „Besonders anlässlich des Weltfrauentages sagen wir deutlich: Sexarbeit ist Arbeit und muss legal bleiben“, teilen der Verband und die Fachberatungsstellen für Sexarbeitende mit.
Wer sich für ein Sexkaufverbot nach dem viel diskutierten Nordischen Modell einsetze, leiste der Kriminalisierung von Sexarbeit Vorschub. „Wir fordern die niedersächsische Landesregierung auf, Frauenrechte aktiv zu schützen anstatt Sexarbeiterinnen in die Illegalität zu drängen“, sagt die Geschäftsführerin des Landesverbandes Sexuelle Gesundheit Niedersachsen, Christin Engelbrecht.
Wenn die CDU auf Bundesebene das Nordische Modell als Fortschritt für Frauenrechte einordnet, erliege sie einem weit verbreiteten Trugschluss, so Saskia Apelt-Schunk von Phoenix. „Unsere Erfahrungen aus Ländern mit einem Sexkaufverbot und unser Austausch mit den Betroffenen selbst zeigen, dass Sexarbeit nicht verschwindet, sondern sich an illegale Orte verlagert, wo besonders Frauen viel weniger geschützt und fast immer gesundheitlich gefährdet sind“, mahnt sie. Wichtig sei für Sexarbeitende jeder geschlechtlichen Identität generell der Zugang zu Präventionsangeboten, zu Tests auf sexuell übertragbare Infektionen sowie zu Informationen und Beratungsangeboten.
„All das leisten wir in unseren Einrichtungen täglich, um Menschen zu schützen und zu stärken – dafür müssen wir sie aber erreichen und ansprechen können“, erinnert Engelbrecht. Ein Verbot sorge dafür, dass Sexarbeitende sich zurückzögen, die Gewalt zunehme und der Zugang zu medizinischer Versorgung erschwert werde. „Deshalb ist ein Signal aus Niedersachsen wichtig: Wir stehen ein für Frauenrechte und Selbstbestimmung in der Sexarbeit“, fordert Engelbrecht. Statt eines Sexkaufverbots sei viel mehr Aufklärungsarbeit im Umgang mit Sexarbeitenden nötig – besonders im Umfeld von Behörden – das zeige die Evaluation des Prostituiertenschutzgesetzes, die das Kriminologische Institut Niedersachsen im Auftrag des Bundesfrauenministeriums durchgeführt habe.
Medienkontakte
Landesverband Sexuelle Gesundheit Niedersachsen /
Aidshilfe Niedersachsen Landesverband e.V.
Christin Engelbrecht
Geschäftsführung
Schuhstr. 4, 30159 Hannover
Tel. 0511 / 13 22 12 01
geschaeftsfuehrung@niedersachsen.aidshilfe.de
www.niedersachsen.aidshilfe.de
Fachberatungsstelle Phoenix
Saskia Apelt-Schunk
Tel. 0511 / 89 82 88 13
saskia.apelt@phoenix-beratung.de
Der Landesverband Sexuelle Gesundheit Niedersachsen (ehemals Aidshilfe Niedersachsen) klärt auf, berät und unterstützt im Umgang mit sexuell übertragbaren Infektionen. Er ist als Verband mit 16 Mitgliedern organisiert und wird von der niedersächsischen Landesregierung gefördert.
Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen setzen sich besonders gegen Diskriminierung von Menschen mit HIV ein. Der Landesverband Sexuelle Gesundheit Niedersachsen ist neutral und unabhängig. Mehr Infos unter www.niedersachsen.aidshilfe.de
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