STI-Prävention für queere Menschen – warum eigentlich? 
Wir setzen uns für sexuelle Gesundheit ein. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Prävention von HIV/Aids und anderer sexuell übertragbarer Infektionen (STIs). Dabei richten wir uns unter anderem an Menschen in queeren Lebenswelten.
Für uns bedeutet Prävention heute weit mehr als das Verhindern von Infektionen. Im Mittelpunkt stehen ein selbstbestimmter und konsensueller Umgang mit Sexualität sowie der Abbau von Unsicherheiten und Stigmatisierung. Wir möchten Menschen ermutigen, offen über ihre Sexualität und sexuelle Gesundheit zu sprechen.
Häufig kursieren in den Medien rund um HIV/Aids und STIs viele Mythen und Fehlinformationen. Gleichzeitig ist das Thema mit Angst oder Scham verbunden. Deshalb geht es uns nicht darum, Menschen zu verunsichern oder möglichst viele Tests zu empfehlen. Stattdessen unterstützen wir dabei, das persönliche Risiko realistisch einzuschätzen und individuell zu überlegen, wann Tests oder Behandlungen sinnvoll sein können.
Denn sexuelle Gesundheit bedeutet nicht, frei von Risiken zu leben. Stattdessen steht an erster Stelle der Angstabbau, denn Sex soll (wieder) Spaß machen!
Warum richtet sich unsere Arbeit stärker an manche queere Gruppen als an andere?
Unsere Angebote orientieren sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen und dem tatsächlichen Präventionsbedarf verschiedener Gruppen.
So treten beispielsweise HIV und Syphilis in Deutschland weiterhin besonders häufig bei Männern auf, die Sex mit Männern haben. Für diese Zielgruppe sind daher spezifische Informationen, Beratungsangebote und Präventionsmaßnahmen besonders wichtig.
Andere Gruppen innerhalb der queeren Community haben wiederum andere Bedarfe. Lesbische Frauen haben beispielsweise ein deutlich geringeres Risiko für eine HIV-Übertragung, während Themen wie HPV, bakterielle STIs oder der Zugang zu einer diskriminierungssensiblen Gesundheitsversorgung eine größere Rolle spielen können.
Deshalb entwickeln wir unsere Angebote nicht nach dem Prinzip „eine Lösung für alle“, sondern orientieren uns an den jeweiligen Lebensrealitäten, Risiken und Ressourcen der unterschiedlichen Communitys. Unser Ziel ist, möglichst passgenaue Informationen und Unterstützung bereitzustellen.
Wie setzen wir diese Arbeit um?
Unsere Präventionsarbeit verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Neben Informationen und Beratung legen wir großen Wert auf Vernetzung, Empowerment und den Zugang zu einer diskriminierungssensiblen Gesundheitsversorgung.
Wir unterstützen queere Menschen, Gruppen und Organisationen dabei, sich zu vernetzen und sich zu Themen der sexuellen Gesundheit auszutauschen. Gleichzeitig arbeiten wir eng mit Ärzt*innen und weiteren Fachkräften zusammen, die Erfahrung in der queersensiblen Gesundheitsversorgung haben, zum Beispiel im Bereich HIV-Prävention und PrEP (Präexpositionsprophylaxe).
Unser Ziel ist es, Menschen dabei zu unterstützen, gut informiert Entscheidungen für ihre sexuelle Gesundheit zu treffen und passende Angebote zu finden.
Keine Beratungsstelle in deiner Nähe?
Niedersachsen ist ein großes Flächenland. Deshalb können wir leider nicht überall mit einer eigenen Beratungsstelle vertreten sein.
Wir arbeiten aber stetig daran, auch in ländlichen Regionen sichtbar zu sein. Dort findest du uns unter anderem auf vielen CSDs.
Darüber hinaus bieten wir Workshops für Gruppen an, unterstützen bei der Vernetzung vor Ort und stellen Informationsmaterialien zur Verfügung.

