
Zum Welttag der sexuellen Gesundheit: Situation queerer Menschen im Fokus
Göttingen/Niedersachsen. Zum Welttag der sexuellen Gesundheit am 4. September richtet der Landesverband Sexuelle Gesundheit Niedersachsen (LSGN) seinen Fokus auf die Probleme queerer Menschen. „Wenn wir über sexuelle Gesundheit sprechen, müssen wir aktuell besonders auf die Herausforderungen der Menschen aus dem queeren Spektrum schauen“, sagt der Landeskoordinator für queere Prävention, Pascal Vergne. „Homo- und bisexuelle sowie trans- und intergeschlechtliche Menschen stehen politisch mehr denn je unter Druck, trotz aller vermeintlichen Fortschritte in der Gleichbehandlung“, erklärt er. Wer von zweigeschlechtlichen oder heterosexuellen Normen abweicht, wird diskriminiert – zwar nicht immer und überall, aber zunehmend häufiger und feindseliger.
„Diskriminierung schafft ein Klima der Angst und Angst erschwert Zugang zu Aufklärung, Prävention und Therapie von sexuell übertragbaren Infektionen. Dagegen wehren wir uns“, sagt Vergne. Ein Fachtag am 18. September in Göttingen soll die Engagierten aus Politik, Fachpraxis und Community zusammenbringen, um die medizinische Versorgung zu sichern. Wie dringend das Thema sei, zeige der Vortrag des Gesundheitsministers Andreas Philippi, der laut Programm über die Versorgung HIV-Infizierter in Krisenzeiten sprechen wird. Der Fachtag ist kostenfrei; Interessierte können sich noch für wenige Restplätze anmelden.
Diskutiert wird unter anderem in Workshops, wie junge Zielgruppen auf analogen und digitalen Wegen besser erreicht werden können. Außerdem sollen Beispiele aus der Praxis vorgestellt werden, die zeigen, wie Menschen mit erschwertem oder ohne Zugang zum Gesundheitssystem therapeutisch versorgt werden können. Auch sexualisierte digitale Gewalt ist ein Thema, das die Beteiligten in einem Workshop besprechen wollen. Die vollständige Tagesordnung ist online unter https://niedersachsen.aidshilfe.de/event/fachtag-sexuelle-gesundheit-in-queeren-lebenswelten-18-09-2026-in-goettingen/ nachzulesen.
Der Landesverband Sexuelle Gesundheit ist der Dachverband der Aidshilfen in Niedersachsen. Die Arbeit der Engagierten auf Landesebene und in den regionalen und lokalen Aidshilfen umfasst Prävention und Aufklärung, Beratung und Gesundheitstests. Dabei steht nicht nur HIV im Fokus, sondern auch weitere sexuell übertragbare Infektionen.
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