Gemeinsam sind wir stärker – Christopher Street Day (CSD) in Hannover

Blümchensex und frohe Botschaften

SVeN Blümchen Sex und Porno

(Hannover, 6. Juni 2019) Mit Unterstützung der Aidshilfe Niedersachsen (AHN) werden die Aktivist*innen und Unterstützer*innen der Selbsthilfe am kommenden Pfingstwochenende in Hannover erneut Flagge zeigen – für gleiche Rechte, Respekt und Vielfalt. Während der Christoper Street Day-Parade durch die Innenstadt wird sich unter anderem das AHNPräventionsnetzwerk „SVeN Schwule Vielfalt erregt Niedersachsen“ am Sonnabend erstmals mit eigenem Truck präsentieren. Damit startet SVeN die diesjährige landesweite Präventionskampagne „Blümchen, Sex und Porno“. Die Initiative „PRO+ Netzwerk Positiv in Niedersachsen“ wird lila Westen und Postkarten verteilen und damit für die frohe Botschaft der Aufklärungskampagne „n=n“ werben: Ist die Viruslast im Blut dank konsequenter Therapie nicht mehr nachweisbar, ist HIV nicht übertragbar.

 

„Für uns als Aidshilfe misst sich die Toleranz einer Gesellschaft daran, wie viel Freiheit sie unseren Communitys zugesteht. Hier gibt es auch nach 50 Jahren Schwulen- und Lesbenbewegung noch viel zu tun. Wir werden in unserer Antidiskriminierungsarbeit auch künftig nicht nachlassen“, verspricht AHNGeschäftsführerin Christin Engelbrecht. Sie dankte vor allem den vielen ehrenamtlichen Aktivist*innen für ihr unermüdliches Engagement im Interesse von Lesben, Schwulen, Bi-, Trans*-Intersexuellen und Menschen mit HIV und wünschte allen „ein buntes und erfolgreiches CSD-Wochenende in Hannover“.

 

Sex ist aufregend, spannend und schön

„Wir möchten mit der aktuellen Präventionskampagne `Blümchen, Sex und Porno´ vor allem mit jungen schwulen bzw. bisexuellen Männern ins Gespräch über Sexualität kommen, dabei Neugierde wecken und Ängste nehmen“, sagt der Landeskoordinator von SVeN, Andreas Paruszewski. Mit sechs verschiedenen Blumencomic-Typen im Postkartenformat, humorvoller Ansprache und einem Hosentaschen-Flyer will SVeN eine „sexpositive Einstellung“ vermitteln. Botschaften: Von Blümchensex bis Porno ist alles okay.

Sex ist aufregend, spannend, schön (s.a. https://svenkommt.de/bluemchen). „Wer eine positive Einstellung zu seiner Sexualität hat, dem fällt es leichter, über seine Bedürfnisse zu kommunizieren und sich vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen zu schützen“, sagt Paruszewski.

Ein Schwerpunkt der SVeN Kampagne liegt in diesem Jahr auf den CSDs in Hannover (8. Juni), Oldenburg (15. Juni) und Braunschweig (10. August). Ein im Kampagnendesign gestalteter Truck fährt bei den Paraden mit. Zahlreiche, größtenteils ehrenamtliche Präventionist*innen tragen dazu das passende Outfit: grüne T-Shirts, Strohhüte und Blumenketten.

 

HIV ist unter Therapie nicht übertragbar: n=n

Alle sollen es wissen: Die landesweite Selbsthilfe-Initiative PRO+ Netzwerk Positiv in Niedersachsen macht derzeit bei öffentlichen Aktionen darauf aufmerksam, dass eine HIV-Infektion unter Therapie nicht übertragbar ist. Diese Botschaft wird in Deutschland mit der Formel „n=n“ verbreitet, was „nicht nachweisbar = nicht übertragbar“ bedeutet.

„Wenn HIV im Blut aufgrund der regelmäßigen Medikamenteneinnahme seit mindestens einem halben Jahr nicht mehr gemessen werden kann, besteht keine Möglichkeit der Übertragung – nicht einmal beim Sex. Diese Tatsache konnte in mehreren wissenschaftlichen Untersuchungen zweifelsfrei belegt werden“, erklärt Marian Künzel, Sprecher von PRO+ Niedersachsen. Mit eigens bedruckten lila Westen und Postkarten soll ein sichtbares Zeichen gesetzt und die frohe Botschaft in Niedersachsen nachhaltig bekannt gemacht werden. Die Aktivist*innen und Unterstützer*innen werden 500 Westen während der CSDs in Hannover und in Braunschweig an die Teilnehmenden verteilen. „Wenn klar ist, dass von HIV-Positiven keine Ansteckungsgefahr ausgeht, bei konsequenter Einnahme der Medikamente nicht einmal beim Sex, dann besteht kein Grund mehr Menschen mit HIV auszugrenzen. Nur muss dieses Wissen erst einmal Bestandteil der Allgemeinbildung werden“, sagt Künzel.

 

Nur zehn Prozent wissen Bescheid

Nach einer repräsentativen Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vom November 2017 wissen nur zehn Prozent der Menschen in Deutschland über die Schutzwirkung der HIV-Therapie Bescheid. „Wir freuen uns über das Engagement der Selbsthilfe. PRO+ leistet damit in der Öffentlichkeit einen mutigen und kraftvollen Einsatz, um für die Rechte von Menschen mit HIV und gegen Ausgrenzung vorzugehen. Gern unterstützen wir und unsere Mitgliedsorganisationen diese Arbeit“, betont AHN-Geschäftsführerin Engelbrecht. Gefördert werden die Aktivitäten von PRO+ auch durch die Selbsthilfeförderung der Krankenkasse BARMER.

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Medienkontakt

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Marian Künzel

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